Es wird kein anderes Weltenende geben

"Egomania" von Christoph Schlingensief

Ich muss zugeben, dass mir die Arbeiten von Christoph Schlingensief bisher nur bruchstückhaft aus Reportagen und Trailern bekannt waren. Daher lässt sich der Experimentalfilm "Egomania - Insel ohne Hoffnung“ als mein erstes und zugleich prägendes „Schlingensief-Erlebnis“ bezeichnen, das – wie das Titel gebende Zitat schon vermuten lässt – zwei kontroversen Meinungen in mir wachgerufen hat. „Maniriert verrätseltes Wirrwarr“, urteilte die eine; „Bildgewaltiges Kunstwerk“, die andere Stimme.



Nachdem ich eine Nacht über „Egomania“ geschlafen und recht lebhaft davon geträumt habe, tendiere ich zu letzterem Urteil. Dieser großartig besetzte Film wirkt nach; er fordert und überfordert - Visuell und thematisch. Seine Sprache ist grotesk, ironisch, sinnlich, absurd, brutal, poetisch und ich denke, genau darin liegt die Faszination dieses außergewöhnlichen Werkes. Die brillante schauspielerische Leistung von Udo Kierund Tilda Swinton lässt keine Distanzierung zu, feiert die Eskalation und konfrontiert den Zuschauer unmittelbar mit albtraumhaften Bilder/Dämonen, die in dem Credo des Films „Es wird kein anderes Weltende geben“ ihre Bestimmung finden. Im Bann dieser Bilder bin ich zu einem großen Schlingensief-Fan geworden. ➝ Website von Christoph Schligensief

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