Buntschatten und Fledermäuse

Mehr als eine bloße Autobiografie

„Das Leben im Autismus ist eine miserable Vorbereitung für das Leben in einer Welt, ohne Autismus.  Die Höflichkeit hat viele Näpfchen aufgestellt, in die man treten kann. Autisten sind Meister darin, keines auszulassen.“  (Axel Brauns)  


Der autistische Autor und Filmemacher Axel Brauns hat einen Weg gefunden, mit seiner Umwelt zu kommunizieren und findet in seinen Büchern zu einer Sprache, die ebenso poetisch, wie humorvoll ist.

Der Leser begegnet in Buntschatten und Fledermäuse einer Lebens- und Wahrnehmungswelt, die das Vertraute in neuem Licht erscheinen lässt. Axel Brauns lässt uns mit seinen Augen „sehen“. Es ist ein neugieriger, oft ängstlicher aber auch humorvoller Blick auf die Widerstände, Herausforderungen, Missverständnisse und Schrecken, die einem Autisten im Umgang mit seiner Umwelt begegnen können.

Vieles, was wir als selbstverständlich erachten, erscheint aus seiner Sicht fremdartig und dieser Perspektivwechsel ist ebenso berührend wie inspirierend. Dieses Buch packt einen von der ersten Minute an, weil es mehr ist, als die bloße Autobiografie eines Autisten. Es ist der geglückte Versuch, Worte gegen die Sprachlosigkeit zu setzen. Auch nach mehrmaligem Lesen hat Buntschatten und Fledermäuse für mich nichts von seiner Faszination verloren.

Klappentext: "Als ich zwei Jahre alt war, verloren die Menschen um mich herum ihr Aussehen. Ihre Augen lösten sich in Luft auf. Nebel verschleierten ihre Gesichter. Die Stimmen verdunsteten. Meine Lippen ermüdeten. Kranke Wörter schleppten sich über meine Zunge. Die Silben verdorrten. Bals stammelte ich nur noch."

Buntschatten und Fledermäuse: Verlag Hoffman & Campe, Hamburg | ISBN: 3-445-09353-1

Schreibe einen Kommentar